Natürliche Radioaktivität (NORM) und Radon sind Bereiche des Strahlenschutzes, die einer besonderen Beachtung bedürfen. Dies liegt in erster Linie daran, dass sich eine erhöhte Strahlenbelastung, die durch diese hervorgerufen werden kann, zunächst häufig nicht an einer strahlenschutzrechtlichen Genehmigung festmachen lässt.
Übersicht der Schwerpunkte
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Prüfung auf natürliche Radioaktivität
Die Strahlungsexposition der Bevölkerung resultiert überwiegend aus ionisierender Strahlung natürlichen Ursprungs. Natürliche Radioaktivität kommt in vielfältigen Materialien und Situationen in der Umwelt vor.
Durch bergbauliche oder industrielle Prozesse kann natürliche Radioaktivität aufkonzentriert werden, wodurch für Beschäftigte oder die Bevölkerung Risiken entstehen können.
Im Strahlenschutzgesetz gelten besondere Vorschriften zum Schutz vor Strahlung bei Tätigkeiten im Zusammenhang mit natürlicher Radioaktivität.
Wir unterstützen Sie dabei, herauszufinden, ob Sie unter diese Vorschriften fallen. So führen wir im Bedarfsfall für Sie messtechnische Bestandsaufnahmen der radiologischen Situation durch, zum Beispiel
- bei Verdacht auf radioaktive Altlasten und
- bei radioaktiver Kontamination von Böden oder Bauwerken,
oder wir prüfen für Sie radioaktive Gehalte von
- Baustoffen und Produkten sowie
- von sonstigen Materialien.
Strahlenschutz bei natürlich vorkommender Radioaktivität
Das Strahlenschutzgesetz unterscheidet zwischen künstlich erzeugten radioaktiven Stoffen, die beispielsweise im Zusammenhang mit der Kernenergie oder medizinischen Anwendungen auftreten, und Stoffen mit natürlich vorkommender Radioaktivität (NORM) aus industriellen Prozessen (z. B. Bergbau, Geothermie, Öl- und Gasgewinnung).
Es gelten besondere Vorschriften zum Schutz vor Strahlung, die von NORM ausgeht. Diese Vorschriften betreffen sowohl den geplanten Umgang mit NORM als auch Situationen, in denen NORM bereits vorhanden ist (z. B. NORM in Lebensmitteln, im Wasser und Baustoffen).
Wir unterstützen Sie in vielfältiger Weise, damit Sie den Vorschriften genügen können, z. B. durch
- Erstellung von Strahlenschutzkonzepten für Beschäftigte,
- Abschätzung der Strahlenexposition der Bevölkerung und der Beschäftigten,
- messtechnische und gutachterliche Überwachung von Sanierungsmaßnahmen,
- Erstellung von Konzepten zur Beseitigung von NORM,
- Wahrnehmung der Aufgaben eines Strahlenschutzbeauftragten sowie
- Erstellung von Baustoff- und Transportzertifikaten.
Radon am Arbeitsplatz
Das radioaktive Edelgas Radon stammt aus dem Zerfall des natürlicherweise überall im Boden vorkommenden Urans. Radon in der Atemluft stellt nach dem Rauchen eine der wichtigsten Ursachen für Lungenkrebs in Deutschland dar.
Das Strahlenschutzgesetz verpflichtet Staat, Arbeitgeber und Bauherren zu Maßnahmen zum Schutz vor Radon. Als Maßstab für die Angemessenheit von Schutzmaßnahmen legt das Strahlenschutzgesetz einen Referenzwert von 300 Bq/m3 für Arbeitsplätze in Innenräumen fest.
Besondere Schutzvorschriften gelten in Gebieten, in denen in vielen Gebäuden eine hohe Radon-Konzentration zu erwarten ist, so genannten Radon-Vorsorgegebieten.
Auch für Arbeitsfelder mit erhöhter Exposition durch Radon gelten besondere Anforderungen: Es besteht eine Messpflicht für Arbeitsplätze in Innenräumen in Radon-Vorsorgegebieten sowie bei Arbeitsfeldern mit erhöhter Radon-Exposition. Bei einer Überschreitung des Referenzwertes ergeben sich weitere Pflichten, die je nach Messwert von der Pflicht zur Absenkung der Radonkonzentration und Meldung an die Behörde über eine Dosisabschätzung für die betroffenen Beschäftigten bis zur Umsetzung von Maßnahmen beruflichen Strahlenschutzes reichen.
Wir unterstützen Sie mit
- Kurz- und Langzeitmessungen zur Bestimmung der Radonkonzentration an Arbeitsplätzen. Je nach Situation werden passive Radon-Exposimeter oder aktive Radonmonitore für zeitlich aufgelöste Messungen verwendet.
- Gebäudeanamnese zur Identifikation von Radonquellen sowie Erarbeitung von Vorschlägen zur Absenkung der Radonkonzentration.
- Dosisabschätzung und Entwicklung strahlenschutzbezogener Maßnahmen zum Arbeitsschutz.
Radon in Aufenthaltsräumen – zuhause und in öffentlichen Gebäuden
Das radioaktive Edelgas Radon entsteht beim Zerfall des natürlicherweise überall im Boden vorkommenden Urans und kann sich in Gebäuden anreichern. Radon in der Atemluft stellt nach dem Rauchen eine der wichtigsten Ursachen für Lungenkrebs in Deutschland dar, wobei sich die Risiken durch Radon und Rauchen gegenseitig verstärken. Die Weltgesundheitsbehörde empfiehlt, schon ab einer Radonkonzentration von 100 Bq/m3 Maßnahmen zur Absenkung zu erwägen.
Zum Schutz der Bürger vor Radon legt das Strahlenschutzgesetz einen Referenzwert von 300 Bq/m3für Aufenthaltsräume in Deutschland fest, der möglichst unterschritten werden soll.
In so genannten Radon-Vorsorgegebieten gelten gemäß Strahlenschutzgesetz besondere Vorschriften zum Schutz vor Radon. Diese Gebiete, in denen in vielen Gebäuden eine hohe Radon-Konzentration zu erwarten ist, sind bis Ende 2020 von den einzelnen Ländern ausgewiesen worden. In Radon-Vorsorgebieten gilt die Messpflicht für Aufenthaltsräume in öffentlichen Gebäuden wie Schulen und Versammlungsräumen in Bestandsbauten. Für Neubauten gelten dort zusätzlich zum üblichen Feuchteschutz weitere Anforderungen, um den Zutritt von Radon ins Gebäudeinnere zu unterbinden.
Wir unterstützen Sie durch
- Bodenerkundung für Neubauten mit Messung der Radonkonzentration in der Bodenluft;
- Kurz- und Langzeitmessungen zur verlässlichen Bestimmung der Radonkonzentration in Innenräumen. Je nach Situation werden passive Radon-Exposimeter oder aktive Radonmonitore für zeitlich aufgelöste Messungen verwendet;
- Gebäudeanamnese zur Identifikation von Radonquellen und zur Erarbeitung von Sanierungsvorschlägen;
- Begleitung der Umsetzung von Sanierungsvorschlägen;
- Überprüfungsmessungen zur Erfolgskontrolle nach Umsetzung der Sanierungsvorschläge.
Gerne unterstützen wir Sie während der obigen Schritte mit entsprechenden zusätzlichen Informationen, bei Bedarf auch gegenüber Dritten.
Referenzen
Radon
- Durchführung und Bewertung von Radonmessungen in Gebieten des Steinkohlenbergbaus
- Kurz- und Langzeitmessungen zur Bestimmung der Radonkonzentration an Arbeitsplätzen, u. a. in Anlagen der Wassergewinnung und in der Erdgasindustrie
- Gebäudeanamnese zur Identifikation von Radonquellen sowie Erarbeitung von Vorschlägen zur Absenkung der Radonkonzentration, u. a. in Privathaushalten und in öffentlichen Gebäuden
Bergbaubedingte Rückstände und NORM-Stoffe
- Radiologische Bewertung, Gefahrenabschätzung und Unterstützung bei der Sanierung bei NORM Kontamination aus dem Steinkohlebergbau und anderen bergbaulichen Hinterlassenschaften
- Radiologische Gefahrenabschätzung, Entsorgungsplanung und praktischer Strahlenschutz bei Anlagen der Geothermie, teilweise als bergrechtlich bestellte Personen
Forschungsvorhaben zu NORM
Bundesumweltministerium:
- Ableitung von Überwachungsgrenzen für Reststoffe mit erhöhten Konzentrationen natürlicher Radioaktivität als Grundlage für Regelungen in der Novelle der Strahlenschutzverordnung (StrlSchV) (§§ 97 ff. StrlSchV in Verbindung mit Anlage XII)
- Eingrenzung und Bewertung der von den vorgesehenen NORM-Regelungen der Novelle der StrlSchV betroffenen Bereiche
- Bewertung von Reststoffen mit natürlich vorkommender Radioaktivität im Hinblick auf Arbeitsplätze als Grundlage für Regelungen in der Novelle der Strahlenschutzverordnung (§§ 95 ff. StrlSchV in Verbindung mit Anlage XI)
Europäische Kommission:
- Machbarkeitsstudie zu technischen und wirtschaftlichen Aspekten der Behandlung von NORM-Abfällen durch Separierung und Immobilisierung
- Herleitung von Überwachungsgrenzen für die Verwertung und Entsorgung von NORM-Rückständen
- Zustand von Tailings der Uranerzaufbereitung
NORM in der Industrie
- Erarbeitung von Empfehlungen zum praktischen Strahlenschutz in Betrieben mit anfallenden NORM-Stoffen
- Radiologische Einzelfallbewertungen zur Rezyklierung von NORM-belasteten Materialien
- Radiologische Messungen und Bewertungen von Deponiealtstandorten mit NORM-Rückständen
NORM in der Erdöl- und Erdgasförderung
- Radiologische Untersuchung und Bewertung von NORM-kontaminierten Drainagebecken für Produktionswasser sowie Konzeptentwicklung und Planung ihrer Sanierung
- Messungen von Oberflächenkontaminationen gemäß landesspezifischer, gesetzlicher Anforderungen
- Radiologische Bewertung des Rückbaus eines Ölkraftwerks
Dr. rer. nat. Tobias Hein